Was macht eigentlich einen Rolladen- und Sonnenschutzmechatroniker, wie sieht der Alltag eines Garten- und Landschaftsbauers aus und was muss man als Drogistin in der Ausbildung alles lernen?

Einen ganzen Vormittag über durften sich die Schülerinnen und Schüler der Realschule plus Hoher Westerwald in Rennerod in Workshops bei 20 verschiedenen Ausbildungsbetrieben praktisch und theoretisch über die zahlreichen Möglichkeiten der Ausbildungswege informieren. „Momentan haben wir auch durch die Coronazeit große Probleme bei der Suche nach Interessenten im Bereich der Pflegeberufe. Gerade durch solche Veranstaltungen wie hier in Rennerod, ist aber eine positive Tendenz zu spüren.“, so lautete das Fazit von Elmar Frink, dem stellvertretenden Schulleiter der Pflegefachschule Weilburg. Das gilt momentan für alle Branchen, die auf dem Lehrstellenmarkt aktiv auf der Suche nach Nachwuchskräften sind. Und das sind nicht wenige, denn selten war es in den letzten Jahren zu diesem Zeitpunkt noch so, dass zum Sommer freie Ausbildungsplätze zur Verfügung standen.

VG Bürgermeister Gerrit Müller und Rektorin Antje Hentrich zu Gast im Workshop der Firma focus

Die Referenten, darunter immer wieder ehemalige Absolventen der Realschule plus aus Rennerod, berichteten in den Workshops über ihren persönlichen Weg im Ausbildungsbetrieb und wiesen auf die großen und vielfältigen Möglichkeiten hin, sich in Absprache mit den Arbeitgebern auch nach der Ausbildung weiter zu qualifizieren. „Wir suchen auch die Abteilungsleiter und Führungskräfte von morgen“, wurde den Schülerinnen und Schülern erklärt. Wichtig ist am Tag der Betriebe das praktische Arbeiten. Es wurde in praktischen Übungen der Blutdruck gemessen, geschweißt, Metall bearbeitet oder auch an der Außenstation auf dem Gelände der ortsansässigen Firma Reuscher gebaggert.  

Außenstation auf dem Gelände der Firma Reuscher

Ein ganz besonderes Highlight war in diesem Jahr der zweistöckige InfoTruck der M+E Industrie. Hier informierten sich drei Tage lang Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen erlebnisorientiert über die Ausbidlungsmöglichkeiten und Berufsbilder in der Metall- und Elektroindustrie. Während in der oberen Etage Informationen rund um die Berufswelt in diesen Branchen gegeben wurden, konnte man in der unteren Etage an Mitmachstationen erleben, wie heute Mensch und Roboter als Team funktionieren können.

Mensch und Roboter als Team im M+E Truck

Schon am Montag startete die Berufsorientierungswoche mit Bewerbertrainings am Vormittag und der großen Ausbildungsbörse am Abend, die wie der Tag der Betriebe erstmalig seit 2019 wieder durchgeführt werden konnte. „Endlich können wir uns wieder vor Ort präsentieren.“, so lautete das Fazit an den zahlreichen Ständen, die Unternehmen und weiterführende Schulen aufgebaut hatten, um auf ihre Lehrberufe oder die Möglichkeit eines dualen Studiums aufmerksam zu machen. Die Bandbreite reichte auch hier von der Polizei, über das Gesundheitswesen bis hin zu vielen technischen Berufen der unterschiedlichsten Fachrichtungen. Auch hier wurde immer wieder deutlich, dass das aktive Zugehen auf die jungen Menschen so wichtig wie schon lange nicht mehr ist, um Fachkräfte für die Zukunft der Betriebe in der Region zu gewinnen. Das Team um Sika Michel (Didaktische Koordinatorin), die in diesem Jahr federführend die Berufsorientierungswoche vorbereitete, zeigte sich abschließend im Gespräch mit Antje Hentrich (Rektorin) und Gerrit Müller (Bürgermeister VG- Rennerod) zufrieden mit der Zahl der Aussteller der Ausbildungsbörse und dem vielfältigen Angebot am Tag der Betriebe und konnte für das kommende Jahr schon neue Ideen und Aussteller gewinnen. Mit weiteren Workshops zum Bewerbertraining endet die diesjährige „Bo- Woche“ am Mittwoch.