Betriebserkundung BEI der Kläranlage

Nach dem Wäschewaschen ist die Kleidung wieder sauber, aber was ist mit dem Waschwasser aus der Waschmaschine? Was passiert eigentlich mit dem Abwasser? Dieser und anderen Fragen
gingen wir – die Schüler der Wahlpflichtfachgruppe HuS (Hauswirtschaft und Soziales) im Rahmen der Unterrichtseinheit „Textilkunde & Wäschepflege“ nach.
Unter Leitung unserer Fachlehrerin Frau Schmitter-Groß bereiteten wir einen Fragenkatalog für die Betriebserkundung bei der Verbandsgemeinde Rennerod vor. Im ersten Teil unseres Unterrichtsganges wollten wir mehr über die Verbandsgemeinde (VG) erfahren, die für die Kläranlage verantwortlich ist. Hierzu wurden wir zu Beginn von Herrn Gerrit Müller, dem Bürgermeister der VG Rennerod freundlich begrüßt. Anschließend ging es in das Büro von Dirk Trumm und Stephan Müller, den Werksleitern der Abteilung Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. Sie erklärten uns, welche Aufgaben die VG im Allgemeinen hat und wie sie sich schwerpunktmäßig mit der Trinkwasserversorgung und der Entsorgungssicherheit befasst.
Außerdem erfuhren wir, welche Ausbildungsberufe man bei der VG lernen kann. Im Anschluss daran ging es zur Kläranlage. Sie liegt am Holzbach zwischen Rennerod und Waldmühlen. Aus Sicherheitsgründen mussten wir zu Beginn unserer Schultaschen am Eingang abstellen. Dann lernten wir die unterschiedlichen Reinigungsstufen der Kläranlage kennen. Zunächst gelangt das Abwasser in die mechanische Reinigungsstufe, wo mit Hilfe einer
Rechenanlage grobe Inhaltssto ffe wie z.B. Holzstückchen, Plastiktüten, Binden und ähnliches durch einen Rechen heraus gesiebt werden. Herr Reeh erzählte uns in diesem Zusammenhang,
dass sie auch schon einmal eine Zahnprothese herausgefischt hätten. Das zurückbleibende, verschmutzte Wasser wird nun in ein Sandfangbecken eingeleitet, in dem sich ein großer Teil des
Sandes absetzt. Danach läuft das Wasser in ein Vorklärungsbecken, wo sich andere Sto ffe, wie z.B. Essensreste am Boden absetzten.
Das nun zum Teil gesäuberte Wasser wird danach in ein Belebungsbecken geleitet, in das Luft eingeblasen wird. Hier verdauen und zersetzten Bakterien die restlichen Sto ffe. Diese Reinigung wird auch biologische Reinigung genannt. Dieser Teil der Kläranlage riecht etwas würziger. Auch das Nachklärbecken gehört zur biologischen Reinigungsstufe. Hier setzen sich die Bakterien
und noch vorhandene Verunreinigungen als Schlamm ab. Wir erfuhren, dass dieser Klärschlamm als Düngemittel auf Felder ausgefahren wird. Das gereinigte Wasser, dass jetzt wieder ganz klar aussieht, wird in nun wieder in den Holzbach
geleitet. Neben der mechanischen und biologischen Reinigung könnte man noch eine weitere, vierte Reinigungsstufe einbauen, in der Verunreinigungen wie z.B. Mikroplastikpartikel aus Kosmetikoder Pflegeprodukten oder Medikamentenreste, die z.B. über den menschlichen Urin ausgeschieden werden, heraus gefiltert werden könnten. Diese Reinigungsstufe fehlt jedoch
häufig in Kläranlagen. Zum Schluss unseres Rundgangs mussten wir noch unsere Hände sorgfältig desinfizieren. Wir waren für die interessanten und eindrucksvollen Einblicke und die vielen Informationen sehr dankbar und haben einiges dazu gelernt.